Karate ist in jedem Lebensalter anders
In meiner Karate Schule möchte ich vor allem auch diejenigen ansprechen, die das Lebensalter von 30 schon überschritten haben, vielleicht früher schon mal Karate machen wollten oder gemacht haben und jetzt eine Reife erreicht haben, in der es nicht mehr um Wettkampf geht, sondern darum, Karate wirklich zu lernen. Karate ist ein Ganzkörpertraining mit sehr hohen Ansprüchen. Karate ist in jedem Lebensalter anders und sehr gut für den geistigen und körperlichen Ausgleich zur Arbeitswelt.
Beim Üben von Karate entwickelt sich Gleichgewicht, Kraft, Schnellkraft, Ausdauer, Kondition, Beweglichkeit, Herz und Kreislauf u.v.m.
Die koordinativen Fähigkeiten, welche bekanntlich im Laufe des Lebens nachlassen, verbessern sich und die Konzentration und das Wohlbefinden steigern sich. Karate ist eine sehr weit entwickelte Verteidigungsmethode, die das Selbstbewusstsein steigert. Karate ist bei weitem nicht nur treten, stoßen, schlagen und werfen, sondern hat auch viele energetische Aspekte wie Atemkontrolle, Kraftentwicklung und Meditation.
Wie sollte man Karate sehen
Lebensbegleitend:
Es heißt Karate DO (Weg). Dem Do in den Kampfkünsten zu folgen ist die Aufgabe, die sich jeder selbst stellen sollte, der sich mit den Kampfkünsten beschäftigt. Leider wird immer nur sehr philosophisch darüber erzählt, geredet und geschrieben. Es fehlt ein wenig an der „Echtheit“ all dieser Aussagen. Das tägliche Leben gibt uns immer wieder leichte Erklärungen für das, was wir in der Philosophie mit sehr „blumigen“ Worten zu lesen bekommen. Zum Beispiel dies: „Körper und Geist werden eins“ „Das innere Auge sieht alles“ usw. Es gibt nichts Mystisches an solchen Aussagen. Den WEG gehen bedeutet, sich jeden Tag mit Karate und seinem Wesen zu beschäftigen. Jeden Tag daran zu arbeiten und zu feilen, dass man sich als Mensch verbessert. Jeden Tag seine körperlichen und motorischen Fähigkeiten zu trainieren und das Gedächtnis zu schulen bis ins hohe Alter. ABER man muss dafür nicht jeden Tag in eine Turnhalle oder einem Dojo sein.
Auf der Insel Okinawa leben die ältesten Menschen der Welt. 90 oder gar 100 Jahre sind dort nicht selten. Man kann davon ausgehen, dass es direkt mit dem Üben der Kampfkünste zusammen hängt, dass die Okinawer so alt werden.
Man muss dazu aber auch wissen, dass die Art, wie dort trainiert wird, nicht viel mit dem gemein hat, was bei uns im Breitensport gelehrt wird. Die ruhigen und meditativen Bewegungen des Karate sind den meisten bei uns unbekannt. „Man“ weicht aus auf Tai Chi oder Qi Gong oder Änliches. Das ist gut, aber nicht das, was man im Karate findet. So manchem liegt es nicht, sich so langsam zu bewegen wie im beim Tai Chi. Ein wenig „Aktion“ wäre schon gut. Die Ausgewogenheit der Übungen macht es aus.
„Yin und Yang ist Alles“ sagen die Chinesen.
Es ist auch nicht nötig, immer mehr und längere Kata zu üben. Und es ist auch nicht „nötig“, Gürtelprüfungen zu machen. Aber wenn man will, kann und sollte man auch das tun. Schließlich soll es doch „unser“ Vorankommen bezeugen.